Qingdaos Ruf in Sachen Meeresfrüchte ist eher mit Bierhallen, Open-Air-Grills und Tellern verbunden, die zum Teilen gedacht sind. Die japanische Küche gibt einen anderen Rhythmus vor: Fisch in Scheiben, Schalentiere, gegrilltes Fleisch und Reis, in Gängen serviert. Das Xiandao Shangshan Cuisine an der Taiwan Road gehört zu dieser ruhigeren Tradition – allerdings mit einem All-you-can-eat-Konzept, das ein langes, abwechslungsreiches Essen begünstigt.
Eine lange Speisekarte, in Wellen bestellt
Das Restaurant arbeitet mit dem Fangti-Format: eine große japanische Speisekarte, bei der unbegrenzt aus der Küche bestellt werden kann, statt eines festen Menüs. Die Liste umfasst mehr als hundert Gerichte; das kann ebenso überfordern wie verlocken. Alles zu bestellen ist weder möglich noch erstrebenswert. Teilen Sie das Essen in Etappen ein: zuerst rohe Meeresfrüchte, dann gekochte Gerichte, zum Schluss Reis oder Nudeln. Gehaltvolle Stücke hebt man sich am besten für den letzten herzhaften Gang auf, wenn der Gaumen noch interessiert ist, der Appetit aber fast erschöpft.
Einige Zutaten sind saisonal, daher ist die Speisekarte nicht das ganze Jahr über identisch. Es lohnt sich, nachzufragen, was am jeweiligen Tag gut ist, und die aktuellen Details vor der Buchung mit dem Restaurant abzuklären.
Die Premium-Portionen
Zwei Einzelportionen bilden das Herzstück der Mahlzeit: Bauchfleisch vom Blauflossen-Thunfisch und kleiner Hummer. Das Restaurant behandelt sie als Premium-Portionen und nicht als Teil der unbegrenzten Liste; beide kommen mit etwas Blattgold, einer Verzierung, die ihren Platz an der Spitze der Speisekarte signalisiert.
Bauchfleisch vom Blauflossen-Thunfisch
Otoro, das fette Bauchfleisch des Blauflossen-Thunfischs, gehört zu den gehaltvollsten Stücken der japanischen Küche. Eine gute Scheibe ist marmoriert, fast wie Rindfleisch, und braucht sehr wenig Würze. Sojasauce kann ihren Geschmack überdecken; ein Hauch Wasabi genügt. Essen Sie es langsam und heben Sie es sich für das Ende des Sashimi-Gangs auf, denn sein Fett und seine Süße lassen magereren Fisch im Vergleich flach schmecken.
Kleiner Hummer
Der kleine Hummer kommt als klares, festes Sashimi auf den Tisch. Das Fleisch ist süß und leicht knackig, ohne die Schwere von gekochtem Hummer in Butter. Es bildet einen präzisen Auftakt zum Essen, besonders mit etwas Wasabi und einem Schluck von etwas Trockenem.
Was die unbegrenzte Karte besonders gut kann
Scampi und Süßgarnelen
Neuseeland-Scampi sind das beste Argument für das unbegrenzte Format. Die Küche teilt und entdarmt jeden einzelnen, sodass sich das Fleisch in einem Stück löst. Es ist durchscheinend rosa, beginnt knackig und wird beim Kauen cremig. Botan-Garnelen und Süßgarnelen sind ebenfalls vertreten, manchmal mit Rogen, und brauchen nur ein wenig Sojasauce und Wasabi.
Seeigel, Austern und Sashimi
Seeigel wird je nach Saison eingekauft, oft aus Hokkaido, und die Sorten wechseln. Violetter und weißer Seeigel können zu unterschiedlichen Zeiten auftauchen, doch das Ziel ist dasselbe: frische, süße Lappen, die auf einem Shiso-Blatt zergehen. Austern lohnen sich ebenfalls. Französische Austern werden auf der halben Schale mit Zitrone serviert; im Vordergrund steht der klare, salzige Abgang, nicht ein schweres Dressing.
Die Sashimi-Auswahl ist groß genug, um eine ganze Mahlzeit darauf aufzubauen: dick geschnittener Lachs und Lachsbauch, Heringsrogen, Oktopusarm, Thunfisch und Elefantenmuschel. Statt alles auf einmal zu bestellen, wählen Sie lieber einige wenige und essen sie, solange sie noch kalt und glänzend sind.
Gekochte Gerichte als Gegengewicht zum rohen Fisch
Ein ausgedehntes Sashimi-Menü braucht Kontrast. Kurz angebratene Foie gras mit Birne in Rotwein, geröstetem Brot und Blaubeerkonfitüre erfüllt diese Aufgabe gut; sie ist reichhaltig, teilen Sie daher eine Portion, statt sie als eigenen Gang zu betrachten. Garnelentempura bringt eine andere Art von Reichhaltigkeit: eine knusprige Hülle um ein saftiges Inneres. Mischen Sie den geriebenen Daikon wie vom Restaurant vorgesehen in die Dip-Sauce, und das Gericht wirkt leichter.
Die Meeresfrüchte-Suppe im Teekännchen ist eine willkommene Pause zwischen den Gängen. Krabbenstäbchen, Schalentiere und Pilze werden in Brühe gezogen, und das kleine Zitronenstück auf der Seite ist keine Dekoration; ein paar Tropfen schärfen den Geschmack. Salzgegrillte Königskrabbenbeine, Seegurke mit einer Scheibe Char Siu, Lammkoteletts, dünne Rinderzunge und ein großer gegrillter Thunfischkinnbacken sorgen für die Bandbreite der Karte jenseits von rohem Fisch. Selbst ein einfaches Pfannengericht aus Spargel und Lilienzwiebeln wird mit Sorgfalt angerichtet.
Beenden Sie das Essen mit Tonkotsu-Ramen, wenn Sie einen heißen, herzhaften Abschluss möchten, oder lassen Sie Platz für ein Dessert. Die Portionen sind großzügig; schnell bestellt man mehr, als man schaffen kann.
Der Raum und das Tempo
Der Gastraum ist modern und dunkel gehalten, mit japanischen Details statt einer Nachahmung einer Tokioter Izakaya. Für Gruppen sind die Privaträume die bequemere Wahl; sie reichen von kleinen Räumen bis zu einem, der etwa vierzehn Personen Platz bietet. Es gibt außerdem einen Tatami-Raum mit versenktem Tisch, sodass Gäste nicht während eines langen Essens knien müssen. Diese Räume sind beliebt; reservieren Sie frühzeitig, wenn Ihnen Privatsphäre wichtig ist.
Die hier beschriebene Filiale ist die Taiwan-Road-Filiale von Xiandao Shangshan Cuisine. Speisekarten, saisonales Angebot und Reservierungen der Räume ändern sich; bestätigen Sie die aktuellen Angaben direkt beim Restaurant, bevor Sie hingehen.
So entstand dieser Reiseführer
Dieser Reiseführer verbindet strukturierte Recherche und Automatisierung mit Quellen- und Dublettenprüfung. Zeitabhängige Angaben bitte vor der Reise prüfen.